Ein schmaler Grat zwischen Genial und Widerlich

 

Rezension zu

 

Die Vegetarierin – Han Kang

 

 

 

Die Vegetarierin ist ein seltsam verstörendes Buch, über eine unscheinbare Ehefrau, die erst als sie beginnt auf Fleisch zu verzichten und somit ihre Ehe und auch ihr familiäres Umfeld gefährdet. Auf die Frage, weshalb sie kein Fleisch mehr ist, erklärt sie nur, dass sie einen Traum hatte.

Dieser Akt der Unabhängigkeit, diese innere Rebellion gegen den eigenen Körper wird in drei Teilen beschrieben. Ein Buch über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie Unverständnis und Selbstverwirklichung.

 

Die Vegetarierin ist sprachlich wirklich ein literarischer Genuss. Auch von der Geschichte her war das Buch definitiv eine 5 Sterne Wertung, da ich mich bis jetzt noch nicht entscheiden kann ob ich es widerlich, oder doch eher genial finden soll. Teil 1 des Buches wird aus der Sicht des Ehemanns beschrieben, der seine Frau nicht versteht und die Familienprobleme schildert, während in Teil 2 die Begierde des Schwagers geschildert wird und seine Art und Weise sie auszunutzen. Teil 3 zeigt uns die Auswirkungen des Essstreiks, sowie der Wunsch nach Vollendung in Form einer Pflanze und dem Unverständnis der Schwester.

 

Das Buch wurde mir in der Berufsschule nahe gelegt und ich bin froh es gelesen zu haben. Das Cover gleicht einem Wimmelbild und traf dementsprechend genau meinen Geschmack.

Der Inhalt ist und bleibt ein schmaler Grat zwischen Genialität und Widerlichkeit.

 

Zustellung erfolgreich! - Trotz Urlaub!

 

Das Paket ist mit dem Seelenbrecher und der Blutschule eines der wenigen Bücher, die ich bisher von Fitzek gelesen habe und es fesselt mich immer wieder.

Bereits auf der Frankfurter Buchmesse vor wenigen Wochen konnte ich einige seiner Gedanken zu dem Buch bei einer Lesung vernehmen und musste umso mehr schmunzeln, als diese als Passagen im Buch auftauchten. Er schafft es immer wieder, den Leser mit auf eine literarische Reise zu nehmen, die einen teilweise völlig verwirrt. Sofort bildet sich ein Täterprofil im Kopf und dennoch tappt man vollkommen im Dunkeln. 

 

Der Schreibstil ist spannend und flüssig. Man merkt gar nicht wie viel man schon gelesen hat und vergisst teils zu atmen. 

Das Ende kam mir kurzzeitig etwas zu gewollt vor, aber dennoch ein wunderbares Buch, dass allein durch die Aufmachung 5 Sterne verdient hat. 

Das Paket wird nämlich in einer Art Schuber ausgeliefert, wo durch man das Gefühl hat wirklich ein Paket zu öffnen.

5 Pakete für dieses Paket!

Nette Idee, aber merkwürdige Umsetzung

 

Rezension zu

Turion von Teresa Kuba

 

 

 

Bei meiner ersten Drachenmondbestellung hatte mich irgendwie das Cover von Turion magisch angezogen. Der Klappentext klang ganz nett und meine Erwartungen lagen nicht einmal so hoch, wie bei anderen Büchern es meist der Fall ist.

 

Von bereits angedachten vier Sternen, kann ich auch leider nur vier Sternchen verteilen.

 

Die Grundidee mit den Traumwelten, Menschenwelten, der Kreativität als Lebenserhaltenden Stoff fand ich sehr gut. Leider brauchte ich unheimlich lange um in das Buch reinzukommen und die Protagonistin hatte es geschafft mich nach gefühlten 100 Seiten bereits an diverse andere nervige Protas wie Zoey Redbird aus House of Night zu erinnern. Fazit – Nessa hatte ein Prota-Problem, dass sich leider bis zum Ende hinzog und immer mehr Charaktere auffing, bis auf Ellies durchgedrehte Freundin Amela, die ich unheimlich cool fand. Irgendwie lies mich das Buch mit einem seltsamen Gefühl und einem gigantischen Fragezeichen im Kopf zurück. Die Idee war gut, nur eben nicht überzeugend umgesetzt in meinen Augen.

 

Leider nur 4 Sternchen für dieses Werk.

 

Einer magischen Katastrophe gleichzusetzen.

Rezension zu Harry Potter and the cursed Child - Englisch Version (ET 31.07.16)

 

 

Nach vielen schlaflosen Nächten in denen ich mit mir selbst im Unklaren lag, ob ich das Buch nun kaufen soll oder nicht, hatte ich geschlossen mir das Ebook auf Englisch zu besorgen. Mir war bewusst, dass es nicht wie die vorherigen sieben Teile sein würde und in erster Linie ein Screenplay, wodurch natürlich der Zauber von J.K.Rs wunderbarem Stil verloren gehen würde. Aber mit dem Wissen, dass JKR diese Geschichte abgesegnet hatte, beschloss ich mich doch darauf einzulassen. Ein böser Fehler!

 

Das Buch liest sich wie eine schlechte Fanfiction, und ich als langjährige Fanfiction-Autorin und Leserin, weiß genau wovon ich rede. Wir erleben Orte und Begegnungen von Charakteren neu aus einem anderen Blickwinkel und sind am Ende wieder genau bei dem Punkt angelangt, wo wir nach Teil 7 hätten verbleiben sollen. Auch JKRs lobende Worte zu dem Stück machen es nicht gerade besser. Es ist einfach zu sagen, was mir an dem Buch gefallen hat als all die Dinge aufzuzählen, die ich furchtbar fand (was im folgenden Spoilerbereich auch passieren wird.)

 

Pro an der Story: Wir lernen mehr über Harrys Sohn, wir sehen alte Bekannte wieder und jedes Draco-Fangirl hat Zeit Scorpius zu lieben sowie seinen Vater.

 

Dennoch eine sehr unnötige Geschichte.

 

Betreten wir nun den Spoilerbereich:

 

SPOILER – SPOILER – SPOILER – SPOILER

 

Erst einmal die Positiven Momente in dieser Geschichte: Wir lernen Harrys Sohn Albus näher kennen und seinen besten Freund Scorpius Malfoy, die zugleich unsere Hauptprotagonisten sein werden. Grundsätzlich sind die beiden Charaktere in Ordnung. Albus der in Slytherin ist, obwohl er meiner Meinung nach zu viel Mut und zu wenig Verstand für Slytherin hat, sowie Scorpius der zu meinem Erstaunen sich als der Vernünftigere von den Beiden erweist (was er vermutlich vom Vater hat.) Dieser, Draco, bleibt in erster Linie den Draco, denn wir kennen, auch wenn er etwas „Out of Charakter“ ist, wie grundsätzlich alle Charaktere, wozu die Tatsache kommt, dass es genau einen neuen Charakter gibt und sich diese als eine typische, im Fanfiction-Bereich als Mary Sue bekannte, Person erweist.

 

Zu den Zeitreisen muss ich leider auch noch einiges loswerden – JKR lässt an dieser Stelle zu, dass die den Fans bekannten Regeln zu den Zeitreisen einfach so über Bord geworfen werden. Von wegen, man darf nicht in der Vergangenheit gesehen werden! Wir erschaffen einfach mal ein alternatives Universum mit Lord Voldemort als Führer! Wow JKR! Du hast es geschafft, gleich sämtliche Physischen Gesetze zu brechen und erschaffst einen Voldemort der super in Deutschland zu Zeiten Hitlers leben konnte! Konzentrationslager für Muggel! Super Idee! Und wie erfahren wir davon? Scorpius landet in einer falschen Zeitebene! Einfach nicht gerade die Ideale Grundvoraussetzung für Zeitreisen, wenn man das Prinzip nicht kennt.  (Sie scheitert im Übrigen bereits am Groß-Vater-Paradoxon).

 

Mal davon abgesehen, dass die Zeitreisen sehr unlogisch sind, das goldene Trio nicht auftaucht, eine Kuscheldecke ihnen das Leben rettet und Lord Voldemort ein Kind mit Bellatrix hat (wobei sich immer noch die Frage stellt – wie und wann und wieso?

 

Fehlen die Bestandteile die Harry Potter für mich zu dem gemacht haben, was Harry Potter zum Helden meiner Kindheit machte. Die Magie.

 

Weder Hogwarts, noch die Magie spielt in Harry Potter and the Cursed Child eine Rolle.

 

Es schmerzt mir für ein Harry Potter Buch nur einen Stern zu vergeben, aber nachdem ich so enttäuscht und so – deprimiert davon war, kann ich leider nicht anders.

 

In diesem Sinne danke ich JKR für sieben wundervolle Harry Potter Bücher und versuche einfach zu vergessen, dass dieses Buch existiert und freue mich auf die illustrierte Ausgabe von Band 2.